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Ekström gewinnt in Hockenheim vor Tomczyk

Ekström gewinnt in Hockenheim vor Tomczyk

22 April 2007 / Ergebnisse / Fotos

Grenzenloser Jubel und bange Minuten - all das erlebte Audi beim Saisonauftakt in nur 70 Minuten: Auf einen beängstigenden Startunfall, der lange Minuten um Alexandre Prémat und Tom Kristensen bangen ließ, folgte für Audi dank einer perfekten Rennstrategie ein Triumphzug, der mit einem Doppelsieg für Mattias Ekström und Martin Tomczyk eine seit 2002 währende Durststrecke enden ließ. Für Pole-Inhaber Bruno Spengler und Mercedes blieb so nur Rang drei. 

Der Start: Ein misslungener Start von Pole-Inhaber Bruno Spengler, ein perfekter Start des zweitplatzierten Martin Tomczyk, der noch vor der ersten Kurve mühelos die Führung übernahm - doch all das trat rasch in den Hintergrund. Bei der Einfahrt in die Parabolika geriet Tom Kristensen im Duell mit Timo Scheider zu weit aufs Gras, verlor die Kontrolle über sein Auto und wurde in voller Fahrt von Markenkollege Alexandre Prémat in der linken Fahrzeugseite getroffen. Die Sicht durch Reifenqualm vernebelt traf Prémat ebenso wenig eine Schuld wie Susie Stoddart, die ebenfalls mit Kristensens Audi kollidierte. Das Hinterfeld konnte über die Wiese ausweichen - bis das Rennen nach wenigen Sekunden abgebrochen wurde. 

Die Schrecksekunden hielten an: Erst nach einigen Minuten entstieg Stoddart ihrem Wrack, zeigte sich auf den ersten Blick unverletzt, musste aber gleichwohl zur Untersuchung ins Medical Centre. Angeschlagener zeigten sich Prémat aus Kristensen Kristensen, die aus ihren Audi-Boliden geborgen werden mussten, jedoch immerhin ansprechbar waren. Erleichtert über die weit gehende Entwarnung bereiteten sich die 16 Piloten - auch Adam Carroll Audi war stark in Mitleidenschaft gezogen worden - auf den Neustart vor, der rund 30 Minuten später hinter dem Safety-Car in Angriff genommen wurde. Gemäß Reglement galt es nun nicht mehr, eine bestimmte Rundenzahl zu absolvieren, sondern die verbleibenden 40 Punkte zu fahren. 

Der Neustart: Während der letztem vor dem fliegenden Start bremste Martin Tomczyk das von Paul di Resta Verfolgerfeld leicht ein, um vor der Einfahrt auf die Start-/Ziel-Gerade reißaus zu nehmen. Sämtliche Piloten hielten während der ersten Kilometer nach dem Neustart ihre Positionen, lediglich Di Resta ließ den nun zweitplatzierten Spengler passieren. Auf dem Positionen vier bis acht präsentierten sich Mattias Ekström, Timo Scheider, Daniel La Rosa, Alexandros Margaritis und Mika Häkkinen. 

Der Rennverlauf: Außerhalb der Punkteränge kämpfte sich Bernd Schneider vorbei an Christian Abt auf Platz neun, dessen Fahrzeug im Duell mit dem DTM-Champion beschädigt wurde und ihn zur Aufgabe zwang . Hatte sich Tomczyk in seinem Abt-Audi zunächst Luft verschafft, so verlor er die Führung in der Spitzkehre durch einen Verbremser an Spengler und Di Resta. Beeinträchtigt durch einen Bremsplatten versuchte der Bayer vergeblich, den Anschluss an Spengler und Di Resta zu wahren, während Mattias Ekström und Jamie Green nach sieben Minuten zum ersten Mal die Box aufsuchten. 

Fünf Minuten später tat es ihnen Tomczyk gleich, so dass der schnellere Timo Scheider Rang drei übernahm. Auch Bernd Schneider und Mika Häkkinen suchten früh die Box auf, so dass ein Jahreswagenquintett aus Margaritis, La Rosa, Paffett, Rockenfeller und Luhr die Verfolgung Scheiders übernahm. An die Performance Spenglers und Di Restas reichten die 2006er-Piloten jedoch ebenso wenig heran wie der Frentzen-Nachfolger im 2007er-Audi. Ein Teamkollege Scheiders verfolgte derweil eine ungewöhnliche Strategie:

Bereits nach 18 Minuten steuerte Ekström ein zweites Mal seine Mechanikercrew an, die Befürchtung der Box um eine defekte Tankanlage bestätigte sich später nicht. Kurz darauf bestritt auch Spengler einen problemlosen ersten Stopp, der Di Resta in seinem ersten DTM-Rennen sensationell vor dem - mittlerweile heranrückenden - Scheider die Führung übernehmen ließ. Ebenso wie der drittplatzierte Rockenfeller hatten die beiden 13 Minuten vor Schluss noch immer keinen ihrer beiden Pflichtboxenstopps bestritten.

Erst einige Minuten später bogen Di Resta und Scheider in die Boxengasse ein. Nach einem perfekten ersten Stopp reihte sich der Audi-Pilot auf Rang zwei hinter Bruno Spengler ein, Di Resta musste nach zwischenzeitlich abgewürgtem Motor hingegen mit Position drei vorlieb nehmen. Nur wenige Augenblicke später besuchten Spengler und Scheider zeitgleich die Box, wobei der Lahnsteiner einige Zehntelsekunden aufholte. Die Sensation folgte mit Blick auf die Positionsliste: Ekströms Strategie der beiden frühen Stopps hatten den Schweden boxenstoppbereinigt auf Platz eins gebracht - vor Spengler und Scheider, der sich wenig später auch Tomczyk passieren lassen musste. Nach ihren zwieten Boxenstopps konnten Di Resta und Paffett ihre Führung nicht halten, Ekström, Spengler, Tomczyk und Scheider übernahmen. 

Wenige Kurven vor Schluss kollidierten Spengler und Scheider, Tomczyk rückte auf Rang zwei vor und machte den Audi-Doppelsieg perfekt. Dritter wurde zunächst unter Vorbehalt Spengler, vor den Mercedes-Jahrewagenpiloten La Rosa und Margaritis, die verdient die Ränge vier und fünf einfuhren. Paul Di Resta fiel zwar nach einer hervorragenden Leistung auf Rang sechs zurück, besiegte damit jedoch die heute weniger begeisternden HWA-Piloten Jamie Green und Bernd Schneider. 

Die Meisterschaft: Wenig überraschend entspricht der Meisterschaftsstand dem Zieleinlauf - doch mit nur 27 Runden fehlte zunächst eine Runde zur vollen Wertung. Am entschied die Rennleitung dennoch, Gnade vor Recht ergehen zu lassen und den Sieg Ekströms mit zehn statt nur fünf Punkten zu belohnen.


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